500g Frust Ration.

Ich bin 31 Jahre alt und man behauptet wirklich, ich sei  „erwachsen“.

Wir konnte das passieren? Wann fing das an?  Was ist dieses „erwachsen“ denn bitte wirklich?

Wikipedia sagt:

„Als Erwachsener bzw. Erwachsene werden Menschen nach Abschluss der Adoleszenz bezeichnet. Allgemein geht man davon aus, dass der Erwachsene jene notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erworben hat, die ihn befähigen, die für sein Leben und Fortkommen notwendigen Entscheidungen selbständig und eigenverantwortlich zu treffen.“

Heisst also; ich weiss wie ich durch´s Leben komme. Kann mich selbst versorgen und selbst entscheiden was gut für mich ist und was mich weiter bringt. Und wenn´s ne Fehlentscheidung war – muss ich auch die Konsequenzen tragen. Nichts anderes bedeutet Eigenverantwortung.

Schicendreck!!!

Und wie bin ich also in dieses Erwachsen reingerutscht?

Eigentlich wollte ich ja nie erwachsen werden, Kind sein war ne ziemlich tolle Angelegenheit. Aber auch da, Eigenverantwortung. Macht aber nix, sonst lernt man ja nix.

Wer Schice baut muss auch dafür gerade stehen. Und ich habe viiiiiel Schice gebaut. Aber das muss einfach so. Geht auch noch ganz toll mit 31. Jahwohl – hier und da, aber bitte. Sonst lernt man ja nix.

Ich glaube dieses „Erwachsen“ schleicht sich so ein, im Großwerden. Das Leben ist dauerhaftes Lernen und Erfahren, Begreifen oder auch nicht verstehen. ALLES kann man einfach nicht verstehen und man nimmt es teilweise einfach so hin oder rebelliert. Oh ich war und bin ein großer Revoluzzer, in meiner eigenen kleinen Welt. In meinem selbst erschaffenen kleinen Kosmos.

Wir leben und lernen also für die Erfahrung und dafür selbstständig durch´s Leben zu schlittern. Tolle Wurst.

Erwachsen: Arbeiten, Lebensunterhalt verdienen, Rechnungen zahlen, Tretmühle tagein tagaus, Entscheidungen treffen, Entscheidungen verwerfen, Fehler korrigieren, Entscheidungen für andere treffen (je nachdem wie viele unerwachsene Menschen der eigene Kosmos enthält). Ist der eigene Kosmos recht vollgestopft mit Menschen, werden die Aufgaben nicht unbedingt weniger. Oh ja… und Verantwortung!! Viel!! Muss auch noch gestemmt werden.Schön nicht? Nein! Gar nicht!!

Da sind dann noch zig- andere Kosmen, die mit unserem durch´s Erwachsen drehen.. Hier und da kollidieren sie sogar miteinander, und da steckt oftmals viel mehr Drama als Freude drin. Ich möchte einfach mal schreien!! Schreien, bis der Himmel in sich zusammenstürzt.

Das hört ja auch alles nicht einfach auf. Das geht so weiter, bis zum einzigen Tag, den man nicht verlässlich in seinen Terminplaner, zu den 5 Millliooonen anderen Terminen, eintragen kann!

Wissen Sie, dieses Erwachsen, fällt mir schwer in letzter Zeit. Ich mag nicht! Nein!! Ich will mich nicht nur vernünftig verhalten, ich will rebellieren und wahnwitzige Dinge tun. Ich will mich nicht anpassen, müssen.

Aber ich muss. Und bis zu nem gewissen Grad, mache ich diesen Job. Für meinen kleinen Kosmos, der ohne mein „erwachsen“ nicht wächst und blüht.

Wer mich kennt, kann ahnen dass ich auf Reserve laufe. Mir einfach alles zu anstrengend ist, Verschnaufpausen zu weit zurück liegen…

Die mich nicht kennen sagen:

„Lächel doch mal!“

Und haben keine Ahnung.

4 Gedanken zu “500g Frust Ration.

  1. hi. ich kenne dich leider nicht. aber ich fühle ähnlich. gern verweise ich auch auf die aktuelle neon #05-2012 die das thema auch aufgreift. ich bin „erst“ 25. doch aus dem erwachsen alltag will ich jetzt einfach raus. #schreien #reserve

  2. Ich würde gern was schreiben.
    Etwas Bedeutsames, Passendes, vielleicht sogar Aufbauendes.
    Kein „Kopf hoch, das wird schon!“ Mist.
    Kein „Das ist doch nicht so schlimm“ Blödsinn.

    Denn es ist schlimm. Immer genau so schlimm, wie man es empfindet.
    Andere sehen das vielleicht anders, aber sie sind ja auch Andere.
    Stecken nicht drin, haben nicht damit zu leben, das nicht zu (er)tragen.

    Auch wenn alle Kosmen anders sind, folgen sie doch den selben Regeln.
    Eine davon ist: Der Kosmos bricht nicht sofort zusammen, wenn der Erbauer mal eine Stunde Pause macht.
    Eine andere: Wenn der Erbauer leidet, leidet der gesamte Kosmos.

    Für jeden folgen daraus andere Schlüsse.
    Manche stürzen sich in Arbeit und wollen damit das Leiden verdrängen.
    Andere flüchten sich in die Pause und hoffen auf ein „vielleicht hält der Kosmos auch mal 2 Wochen ohne mich“.

    Nichts davon ist richtig. Nichts davon ist falsch.
    Manches funktioniert. Anderes nicht.
    Alles hat Konsequenzen.
    Manches bessere. Anderes schlechtere.

    Das mit den Entscheidungen ist so, wie mit dem Kommunizieren: Man kann nicht nicht entscheiden.
    Wer nichts tut, handelt so, als wurde entschieden zu zögern.
    Wer ignoriert, handelt so, als wurde entschieden nicht wahrzunehmen.

    Dem Kosmos ist egal, warum so entschieden wurde.
    Ob bewußt oder unbewußt.
    Ob aus Angst oder Voraussicht.
    Er folgt seinen Regeln. Sturr und gnadenlos.

    Der Erbauer entscheidet.
    Entscheidungen bringen Veränderung.
    Und das ist die gute Seite am Erwachsenen sein.

    Auch wenn das jetzt vielleicht nicht aufbauend war.

    [Hier fehlt der Teil, in dem ich lang und breit erkläre, warum meine Meinung *ach so* fundiert ist und welche persönlichen Erfahrungen diese Sichtweise rechtfertigen. Den gibt’s in Ausnahmefällen. Auf Nachfrage. Vielleicht.]

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