Over the rainbow – I –

…Somewhere over the rainbow
Way up high
And the dreams that you dreamed of
Once in a lullaby….

Leise erklingt die Melodie in ihrem Kopf. Die Melodie die ihre Mutter ihr als Kind zum Einschlafen zärtlich ins Ohr gesummt hat.

Kindheit – Eine Zeit unbeschwerten Glücks. Keine Sorgen. Nöte. Angst hatte sie nur vor den Mäusen im Keller. Das Lachen aus vollem Herzen. Leben. Atmen.

Das Leben war leicht

Wann ist sie erwachsener geworden?

Wie ist sie hierhin gekommen?

Was ist aus ihr geworden?

„WENN ICH DIR KLEINEN SCHLAMPE SAGE DASS DU UM HALB NEUN AN DEINEN PLATZ ZU STEHEN HAST DANN STEHST DU AN DEINEM PLATZ!!!!“

Schläge prasseln auf sie nieder. Ein Dauerfeuer im Stakkato.  Seine Schreie in den Ohren!

!HABEN WIR UNS DA EIN FÜR ALLE MAL VERSTANEN DU KLEINE HURE!!

es ist keine Frage, es ist ein Befehl…

…Somewhere over the rainbow
Way up high…

Ihr magerer Körper schmerzt. Blut rinnt aus ihrer Nase. Tropft auf die kalten Fliesen.

Sie träumt sich weg. Weg aus der Hölle in die sie geraten ist. Spürt die Schmerzen nicht. Ihr Körper gehört nicht mehr ihr.

..And the dreams that you dreamed of
Once in a lullaby….

Brutal stößt er sie aus dem Wagen.

Es ist kalt. Sie trägt nur eine dünne Jeans und eine leichte Jacke. Zu wenig für die Jahreszeit.

Die Schultern hochgezogen schleicht sie auf „ihren „Platz.

Sie ist 17 Jahre alt, die Königin auf dem Babystrich. Ihre zarte Figur, der unschuldige Blick, Haare wie einst Schneewitchen und Lippen die ein Dauerschmollen tragen.

Auf sie stehen die Männer. Sie hat die meisten Freier an einem Abend. Die anderen Mädchen hassen sie dafür. Wie oft sind sie schon mit mehreren auf sie losgegangen. Wie oft hat sie Todesängste ausgestanden? Und irgendwie überlebt.

Auf dem Strich hast Du keine Freunde. Wenn überhaupt ist es eine Zweckgemeinschaft mit eisenharten Bangaden.
Immer Schiss vor den Bullen, immer ein Ohr wachsam gespitzt.
Dreckige Stundenhotels, schnelle Nummern auf dem Rücksitz. Der widerliche Geschmack alten Spermas. Der Geruch schwitzender Körper, ungewaschen, faulig.
Das Brennen zwischen den Beinen. Körperlicher Schmerz, seelische Pein.

Keine Welt für ein Mädchen.
Keine Welt für irgendjemanden.

Es wird sie umbringen. Viele Optionen sind möglich.
Die Huren, die Freier, der Zuhälter.
Oder sie sich selbst.

Tagsüber Schülerin und Nachts die Hure.
Am Tag das Lächeln – in der Nacht der Schmerz
Das Doppelleben zerfrisst sie.

Den Kragen hochgeschlagen trippelt sie auf der Stelle.
Es ist kalt. Ihr Mädchenkörper überzogen mit eisiger Haut. Ihr Herz ein Klumpen in ihrer Brust.
Kälte. Kampf. Einsamkeit.

Kaum Freier in Sicht. Wie auch, es ist der Vorabend von Heiligabend. Sie sitzen zu Hause bei ihren Familien und spielen das heile Familienglück. Und spätestens in 3 Tagen, liegt wieder so ein schmieriger Sack auf ihr und stöhnt ihr widerlich ins zarte Gesicht.

Ihr so oder so miese Stimmung rutscht ab.
Wo ist der Sinn?
Was ist das Ziel?
Wo führt das hin?
Wann hört das auf?

Once in a lullaby…

– to be continued –

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