Die Sache mit dem Glück

Sie laufen durch die Strassen und kotzen mir ihr Glück vor die Füße.

Es ist nicht so, als wenn ich noch nie Glück gehabt hätte. Ich hab es immer nur in kleinen Dosen geschenkt bekommen. So schnell wie ich die Dose geöffnet habe, war das Glück auch schon wieder leer. Kurze Momente des Glücks, ein Wimpernschlag – Vorbei.

Willkommen Alltagswurst und SchindereienKäse.

Glücklich lächelnd, das Glück Andere vor die Füße gekotzt.

Überlege es in Gläsern abzufüllen. Schön drapiert mit einer Schleife und einem kleinen romantischem Auflkeber „Glück 2011“

Nur wie mache ich Glück haltbar? Einkochen? Heisses Glück in klaren Einweckgläsern aus Omas Kellergewölbe? Lagerung zwischen „Wutmarmelade“ von 1971 und „Frustkompott“ aus 1999? Einfrieren bei „Angst in Würfel bratfertig“ und „Mischgefühle – in Butter dünsten“? Neben die „Leichen im Keller“ stellen?

Nirgendwo finde ich Rezepte. Nirgendwo Selbsthilfegruppen „Das Glück der Anderen – Schmackhaft zubereiten für den Eigenbedarf“.

Die Glückspfützen auf dem Gehweg, die Frau drüben latscht rein, lächelt und wischt die Glückskotze im Rasen ab. Welche Verschwendung! Glitzernde Glücksbrocken im Rasen. Wie Morgentau auf einer Wiese. Schön.

Ich sammle das Glück anderer in einem Eimer. Schleppe ihn nach Hause und betrachte sie die ganze Nacht.Ich tauche meine Hände hinein, doch das Glück Anderer will einfach nicht an mir kleben bleiben. Ich raue meine Haut mit Schmirgelpapier an, schliesslich muss man beim Streichen den Untergrund ja auch anrauen wenn er ordentlich haften soll.  Es hilft nichts. Das Glück perlt an mir ab.

Am Morgen stinkt die Glückskotze. Faul! Haltbarkeit nicht länger als eine kurze Weile.

Entsorgen. Der Gulli vorm Haus. Meine Chance das geklaute Glück, die faulige Brühe loszuwerden.

Am Gulli gegenüber, ein junger Kerl mit einem stinkendem Eimer in der Hand. Ich sehe grünfaulige Grütze schwappen.

Die gleiche dumme Idee wie ich gehabt. Fremdes Glück – ist Selbstbetrug. Ein schöner. Eine Weile. Nur eigenes Glück haftet an uns, füllt uns aus. Eine Erfahrung die ihn und mich wohl eine Nacht Schlaf gekostet hat.

Wir lächeln dümmlich – und zwinkern uns zu.

So ist die Sache mit dem Glück!

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