Dirty Two

Genüsslich schiebt sie sich ein Stück Pizza zwischen die rotgeschminkten Lippen. Ein Stück folgt dem Nächsten.  Rot lakierte Nägel, das schwarze Haar zu einem strengen Knoten gebunden.

Zärtliche Blicke streifen sie. Liebevoll lächelt er sie an. Keine 2 Meter entfernt  die Hose auf den Knien, das erigierte Genital in der Hand.

Irgendwo in Deutschland – hinter irgendeiner Tür

Er wichst – sie isst

So war das schon immer. Seit dem sie sich kennenlerten. 5 Jahre Zweisamkeit, 5 Jahre Völlerei.

Vanilleeis tropft ihr am Kinn hinunter, seine große Faust bearbeitet des steife Glied immer emsiger und endschlossener.

Seine Maya. Sein Produkt. Ihr Puppengesicht. Mit niemandem wird er sie teilen. Niemad wird sie ihm wegnehmen. Seine Liebe.

Aufgegeilt stellt er sich neben ihr Bett. Sie leckt sich die Finger.

Von der Geilheit übermann spritzt er auf ihre weichen riesigen Brüste.

Angefasst hat er sie Jahre nicht mehr.

Er räumt die leeren Schachteln und Teller ab, wischt das Sperma von ihr und stellt den Fernseher an. Sportschau. Ein Bier. Irgendwann hört sie sein monotones Schnarchen.

Sie ist 29 Jahre alt, abgebrochenes Studium, lebt mit ihm seit 5 Jahren in einer kleinen 3 Zimmer Wohnung, wiegt ca. 218 kg.

Bewegungsunfähig, jeglicher Agilität verlustig, nichts kann sie mehr selbstständig, er wäscht sie – kalt und abgeklärt, er macht ihr Haar, er kümmert sich um alle Angelegenheiten, er füttert sie.

Sie ist unglücklich. Sie will raus! Sie muss raus aus diesem Dreck!

Aber wie? Sie ist hilflos, abhängig.

Wie es soweit kommen konnte? Verdrängt. Vergessen. Sie war glücklich wenn er glücklich war. Alles tat sie für ihn, nur damit er glücklich sein konnte.

Und jetzt liegt sie hier, eine fette Matrone im eigenen Saft. Sie schwitzt, die Blase ist schmerzhaft gefüllt, er schläft.

Aufstehen?Zur Toilette gehen? Undenkbar. Sie nimmt es in Kauf dass er mit ihr schimpfen wird. Zum Trost wird er ihr sicher etwas Schokolade geben, es tut ihm leid wenn er laut wird. Sie lässt es laufen.

Ihr Zustand – unwürdig, erniedrigend.

Sie dämmert weg, träumt.

Elfenhaft schwebt sie über den Wolken, federleicht und wunderschön. Glockenhelles Lachen, beschwingende Musikstücke in der Luft

Geweckt von seinem gutturalen Schnarchen schreckt sie auf. Aus der Traum!

Wilkommen zurück in der Realität.

Sie fühlt sich ekelhaft, ausgesondert, abgelegt, ein fetter Tumor in einer Welt voller Glück.

Ich Blick streift durch das Zimmer. Das flimmernde Licht vom Fernseher erhellt den Raum. Endloses Geschrabbel aus den Lausprechern.

Ihr Nachttisch. Die Medikamente. Schmerzmittel und Schlaftabletten…

 Tage später

Artikel in irgendeiner Tageszeitung:

Leiche einer 220kg Frau über den Balkon geborgen – Fettsucht und Freitod aus Liebeskummer?

Ihr Lebenspartner konnte bis dato nicht ausfindig gemacht werden

Irgendwo in Deutschland – hinter irgendeiner Tür

2 Gedanken zu “Dirty Two

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